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Sind Babyklappen sinnvoll und soll es sie weiterhin geben?
Seit zehn Jahren besteht in Deutschland die Möglichkeit, ein Kind anonym in Babyklappen abzugeben oder ein Kind anonym zur Welt zu bringen. Bundesweit gibt es etwa 130 Kliniken, in denen anonyme Geburten möglich sind und 80 Babyklappen. Beide Maßnahmen sollen Neugeborene davor schützen, ausgesetzt oder getötet zu werden.
Contra: Stellungnahme des Deutschen Ethikrats
Der Deutsche Ethik, ein unabhängiger Sachverständigenrat , hat sich dem Thema der anonymen Geburten kürzlich angenommen und erneut eine Debatte entfacht.
In seiner Erklärung dazu stellt der Ethikrat das Recht jedes Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft deutlich in den Vordergrund. Er empfiehlt daher, die anonyme Kindesabgabe aufzugeben und alternativ eine gesetzliche Grundlage für eine „vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung“ zu schaffen. Zudem sollten bestehende Hilfsangebote für Schwangere und Mütter in Notsituationen verbessert werden.
Pro: Schutz von Neugeborenen vor Tötung oder Aussetzung
Befürworter der anonymen Kindesabgabe sehen hingegen jedes Kind, das durch eine Babyklappe gerettet wird, als Argument gegen die Entscheidung des Ethikrates. Mit Sicherheit kann man davon ausgehen, dass Mütter, die ihr Kind in eine Klappe geben, es nicht einfach nur loswerden wollen. Diese Frauen sind oft so in Not, dass sie keine andere Lösung mehr sehen. Oftmals hat schon die Schwangerschaft  im Verborgenen stattgefunden. Häufig sind die Frauen illegal im Land. In diesen Fällen greifen auch die zahlreichen Beratungs- und Hilfsangebote nicht mehr.
Gesetzesinitiative
Die Bundesregierung hat angekündigt, in der zweiten Jahreshälfte 2010 einen Gesetzentwurf zur sogenannten „vertraulichen Geburt“ vorzulegen. Die persönlichen Daten der Mutter sollen dabei für mehrere Jahre bei einer nichtstaatlichen Stelle hinterlegt werden, so dass die Kinder später ihre Eltern kennenlernen können.
Bis der Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht wird gilt es für jeden Parlamentarier, die Argumente genau abzuwägen. Jeder muss für sich diese Gewissenfrage selbst beantworten, politische Leitlinien gibt es bei ethisch-moralischen Fragen wie dieser nicht. Gegner und Befürworter von anonymen Geburten und Babyklappen verfolgen das gleiche Ziel: Das wohl des Kindes.
Ich freue mich über Eure Meinung und Anregungen zu diesem Thema.
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