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Meine Interessen PDF Drucken E-Mail

interessen_winterAlso erstens und ganz weit vorne: meine drei Mädchen! Ich habe mit jeder meiner Töchter wirklich einen Sechser im Lotto. Zu Hause ist jeden Abend Show-Time und wenn ich in Berlin bin, trösten wir uns damit, dass es nur drei Stunden sind, die wir voneinander entfernt sind. Die holen wir schnell wieder auf, indem ich mir am Telefon die neuesten Schulgeschichten und Witze anhöre. Zum Beispiel den: Geht ein Cowboy zum Friseur. Kommt wieder raus. Oops - Ponny weg!

Am wohlsten fühle ich mich in lustiger Gesellschaft. Zeit, die mir bleibt, verbringe ich also am liebsten privat mit meiner Familie, Freunden und unserem Hund. Im Fernsehen sehe ich Boxkämpfe und die „Desperate Housewives" ebenso gerne wie politische Satiresendungen und Talk-Shows über brisante Themen der Tagespolitik. „Lust verkürzt den Weg." Das ist von Shakespeare. Könnte aber auch von mir sein. Je mehr man sich für das interessiert, was man tut, umso einfacher ist es am Ende.

Als ich 1996 hierher kam, habe ich mich spontan verliebt. In die ganze Region. In Stralsund. In das Meer und viele Menschen, die jetzt meine Freunde sind. Mich kriegt hier nichts mehr weg. Dennoch gibt es ein paar Dinge in Mecklenburg-Vorpommern, die, sagen wir: „anders" waren, als ich es als rheinische Frohnatur gewohnt war. Inzwischen habe ich vergessen, was das war. Aber - man muss ja auch nicht immer nur reden, oder?

 

Dialog zwischen dem Dichter und Stralsund

Dichter: Hafenstadt im Abendlicht!

Stralsund: (liegt still da und rührt sich nicht)

Dichter: Perle an der Ostsee Strand!

Stralsund (denkt): Halt doch den Rand!

Dichter: Niemals will ich von Dir lassen!

Stralsund (brummelt): Nicht zu fassen!

Dichter: Ich erkläre frei und frank...

Stralsund (schreit): Mach mich nicht krank!

Dichter: Gott, ist diese Stadt nervös!

Stralsund: (schweigt und schaut nur bös)

Dichter: (lacht beim Weggang schrill)

Stralsund: (übergibt sich still)

Robert Gernhardt

 
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