|
Sie gehören ja zu der Generation, denen der frühe Vogel noch nicht egal ist. Der fängt nämlich bekanntlich den Wurm. Um 6:30 Uhr saßen sie tapfer im Reisebus von Stralsund nach Berlin. Und ließen sich überraschen. Politische Bildung und Unterhaltung, auf zwei Tage verteilt. Es war eine Einladung an den Seniorenbeirat, mich doch einmal im Bundestag zu besuchen. Zu der Gruppe gehörten Mitglieder des Stralsunder, des Barther und des Neubrandenburger Seniorenbeirates.
Ein Sommertag, strahlend sonnig, nicht zu heiß. Genau richtig, um sich im Plenarsaal des Bundesrates, der an diesem Tag menschenleer war, von der Politologin und Referentin für politische Bildung Tatjana Kreuch das Energiesparsystem des Gebäudes erläutern zu lassen. Und wieso vorm Haus, wieviele?, ja genau 35 riesige Blumentöpfe stehen. Dafür gibt’s nämlich einen Grund. Und was macht der Bundesrat eigentlich? Zum Beispiel den Präsidenten wählen. Am 30. Juni wird es hier sehr spannend. Der Bundesrat ist mit 180 Mitarbeitern eine bedeutend kleinere Institution als der Bundestag mit 6000 Mitarbeitern. Den sahen die Besucher dann aber erst am nächsten Tag.
Erst aber stand an diesem Tag noch die Besichtigung der Gedenkstätte der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße auf dem Plan. Michael Bradler vom Verein des Dokumentationszentrums führte die Gruppe durch das ehemalige Hauptgebäude des berüchtigten Stasi-Ministeriums. „Wir gehen jetzt in die Räume von Erich Mielke – aber schön ordentlich!“ Wie gut, dass man jetzt lachen darf über diesen Befehlston. Und wie gut, dass das vorbei ist. Obwohl die geballte Information und das Ambiente, in dem man sich wiederfand, doch niemandem nur im Anzug stecken blieb.
Am Donnerstag besichtigten die wissbegierigen und agilen Seniorinnen und Senioren dann auch noch das Willy-Brandt-Haus, ließen sich die Stadt und das Regierungsviertel zeigen und den Bundestag mit Paul-Löbe Haus, Reichstagskuppel und Besuchertribüne des Plenarsaals. Von Organisation bis Verpflegung in ausgewählten Restaurants der großen Stadt schwärmten alle. Es waren zwei wundervolle und geballte Tage mit interessanten Höhepunkten. Dafür ein Großes Dankeschön auch an Roswitha Vorwerk vom Bundespresseamt.
|