Gesprächsrunde mit Hebammen aus ganz MVAm Donnerstag traf sich die Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen in Ribnitz-Damgarten mit Hebammen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, um sich über deren Probleme, Nöte und Forderungen zu erkundigen. Der Deutsche Hebammenverband hat eine öffentliche Petition im Deutschen Bundestag eingereicht, die in kürzester Zeit von über 100.000 Menschen online mitgezeichnet wurde.

„Als dreifache Mutter weiß ich, wie wichtig Hebammen für Schwangere und junge Familien sind. Sie stehen 24 Stunden für alle noch so kleinen und großen Fragen zur Verfügung. Gerade bei der ersten Geburt sind es die Hebammen, die sehnsüchtig erwartet werden. Diese persönliche Bindung kann man nicht einfach ersetzen.“ wertschätzt Sonja Steffen die Arbeit der Hebammen.

Mit der Erhöhung der Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen auf 3689 € im Jahr ist zu erwarten, dass viele ihren Beruf aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Um die Prämienerhöhung aufzubringen, müssten die Hebammen deutlich mehr Frauen betreuen. Dies sei einfach nicht leistbar und auch nicht im Sinne der Frauen, erklärten die Hebammen bei dem Treffen mit Sonja Steffen einstimmig. Viele werden daher nur noch in der Vor- und Nachbereitung von Geburten tätig sein und aus der Geburtshilfe aussteigen.

In der Gesprächsrunde wurde deutlich, was für drastische Folgen der Ausstieg der Hebammen aus der Geburtshilfe insbesondere für Mecklenburg-Vorpommern haben könnte. Die Versorgung der Schwangeren im ländlichen Raum wäre nicht mehr gewährleistet. Auch arbeiten viele Krankenhäuser ausschließlich mit freiberuflichen Beleghebammen und im Belegsystem. Würden diese ihren Beruf nicht mehr ausüben, müssten ganze Geburtsstationen schließen.

„Es muss dringend eine Lösung gefunden werden!“ meint Sonja Steffen, „Die Wahlfreiheit der Frauen, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringen wollen, muss erhalten bleiben. Dafür brauchen wir eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenleistungen.“ Geholfen werden könnte den Hebammen unter anderem durch die Einführung eines steuerfinanzierten Fonds, durch die Erhöhung der Gebühren und durch die Aufnahme des Leistungsanspruchs auf Hebammenhilfe in das Sozialgesetzbuch.