Ein Mal im Jahr, immer zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause, machen sie sich auf die Reise. Die Küstengang  geht auf Sommer-Tour! In diesem Jahr folgten sie der Einladung von Festmacherin Sonja Steffen nach Stralsund. Begrüßt wurden die Parlamentarier im Rathaus von Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow. Und vom Kapitän zur See, Edgar Woerrle, in der Marinetechnikschule in Parow.

Kstengang_WSD_Juli2010Die Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Lotse der Küstengang, Hans-Joachim Hacker und Holger Ortel waren mit von der Partie. Auf dem zweitägigen Programm standen viele Termine, die den Erneuerbare Energien, Sicherung des Schiffsverkehrs und Küstenschutzes sowie der maritimen Wirtschaft gewidmet waren.

Kstengang_WSD_Juli2010_2Die Windenergie ist für die Nord- und Ostsee ein Thema von zunehmender Bedeutung. Welche Probleme der Bau von Offshore-Windparks mit sich bringt, wurde den Gästen aus verschiedenen Sichtweisen erläutert. Windrad versus Containerschiff? Den Sicherheitsaspekt für den Schiffsverkehr  erklärte Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident des WSD Nord, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Dr. Witte zeigte in einem sehr anschaulichen Vortrag, wie stark der Schiffsverkehr auf unseren Meeren ist und welche Herausforderung es deshalb wird, Windparks und Schiffe zu koordinieren.

Der Blickwinkel aus Umwelt- und Tierschutzaspekten wurde den Gästen durch die Ostsee-Forscherin Dr. Dorit Liebers-Helbig deutlich gemacht. Sie ist Leiterin der Ostseeausstellung im Ozeaneum und erklärte anhand ihrer Exponate die Folgen von Offshore-Windparks für die Meerestiere. Auch ein anderes Bauwerk könnte das Leben im Meer beeinflussen. Der geplante Brückenbau über den Fehmarnbelt würde die Salzwasserzufuhr von der Nordsee in die Ostsee verringern, was zu etlichen Veränderungen führen könnte. Wirtschaft versus Umwelt also.

Kstengang_Volkswerft_Juli2010_1Wirtschaft versus Krise ist derzeit weltweit Thema. Die schwierige Situation der Volkswerft Stralsund und der Peenewerft Wolgast erläuterte den Abgeordneten Dr. Bertram C. Liebler, der Geschäftsführer der kürzlich fusionierten Werften ist. Am Gespräch nahmen auch Vertreter des Betriebsrates teil, der in sehr kooperativer Weise an der Rettung der Werften beteiligt war. Die Werfthallen stehen momentan leer. Die Kurzarbeitsregelung hat eine Kündigungswelle zwar verhindert, aber die Auftragslage bleibt schwierig. Gleichwohl zeigte sich Dr. Liebler optimistisch.

Die Küstengang besuchte auch die Marinetechnikschule der Deutschen Marine in Parow. Ein aktuelles Thema ist hier die Zukunft der Wehrpflicht unter einer schwarz-gelben Regierung. Grade erst ist die Verkürzung der Wehrpflicht in Kraft getreten. Was das für Auswirkungen auf den Lehrbetrieb hat, konnten die Gäste mit Ausbildern und Auszubildenden diskutieren. Wie viele der jungen Männer und Frauen denn aus Mecklenburg-Vorpommern kommen, wollte Sonja Steffen hier wissen. Schließlich liegt es doch nahe, dass sie sich besonders für die Marine interessieren würden. Doch nur zehn Prozent der Auszubildenden kommen aus dem eigenen Bundesland, eine erstaunlich geringe Zahl. Und wohl Folge der ohnehin schwindenden Population des Bundeslandes.

LandWert_Hof_2010Stadt versus Land also? Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist für Mecklenburg-Vorpommern lebenswichtig. Und wird deshalb auch von EU-, Bundes- und Landesebene gefördert. Ein sehr erfolgreiches Projekt ist der Landwerthof in Stahlbrode. In diesem Idyll für Mensch und Tier ließen sich die Gäste gern von der Qualität der Bio-Produkte, der Gastfreundschaft der Vorpommern und der Schönheit der Region überzeugen.